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Wer kennt das nicht? Das Isolieren eines defekten Kabels oder der Austausch einer Sicherung – diese Aufgaben können doch problemlos die Mitarbeiter übernehmen. Doch wer ist dazu eigentlich befugt, elektrotechnische Betriebsmittel zu ändern?

Elektrotechnische Betriebsmittel bergen Gefahren – vor allem für den Nutzer. Dies gilt insbesondere dann, wenn beispielsweise Personen in der Ausübung ungelernt sind oder das Gerät beschädigt ist. Aus diesem Grund sind der geschulte Umgang sowie eine regelmäßige Prüfung notwendig.

Normen definieren elektrotechnische Qualifikationen

Das Arbeitsschutzgesetz nimmt die Unternehmen in die Pflicht. So haben diese dafür zu sorgen, dass Beschäftigte für die ihnen übertragenen elektrotechnischen Aufgaben ausreichen befähigt sind. Eine Grundlage bildet die Norm VDE 1000-10 – darin sind die jeweiligen elektrotechnischen Qualifikationen definiert. Ebenso die Norm VDE 0105-100 – diese beschreibt, mit welcher Qualifikation welche Tätigkeiten an elektrischen Anlagen Nutzer ausführen dürfen. "Noch immer müssen sich viele Arbeitgeber nach einem elektrotechnischen Unfall vor Gericht verantworten, weil ein Organisationsverschulden vorliegt. Oft wird versäumt zu prüfen, ob der Mitarbeiter überhaupt ausreichend qualifiziert ist für die Tätigkeit«, sagt Gerd Lehmann, Elektromeister im Handwerk und Referent der TÜV NORD Akademie. »Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen ist das Bewusstsein für die unterschiedlichen Befugnisbereiche nicht vorhanden."

Normen definieren elektrotechnische Qualifikationen

Aufgaben im elektrotechnischen Bereich richtig zuweisen

Beschäftigte richtig einsetzen – darauf kommt es bei der Zuweisung von Aufgaben im elektronischen Bereich an. Laut VDE 0105-100 muss im Vorfeld die Art und Schwierigkeit der Aufgabe beurteilt werden, um einen Mitarbeiter auszuwählen, der entsprechend dafür qualifiziert ist. Die Einschätzung, wer die Aufgaben dann tatsächlich übernehmen kann und darf, wer also dafür qualifiziert ist, kann den Unternehmer schon vor eine große Herausforderung stellen. Denn: Elektrotechnische Aufgaben darf nicht jeder übernehmen. Es gibt eine Unterscheidung in folgende elektrotechnische Tätigkeitsfelder:

Verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK)

Wenn Unternehmer selbst keine Elektrofachkraft sind und die Fachverantwortung in diesem Bereich somit nicht übernehmen können, müssen sie eine VEFK bestellen. Diese übernimmt dann die entsprechenden Unternehmenspflichten. Es handelt sich dabei um einen Techniker, Meister, Ingenieur, Bachelor oder Master der Elektrotechnik. Eine VEFK muss nicht zwingend angestellt sein. Für kleinere Betriebe eignet es sich auch, diese extern zu bestellen.

Elektrofachkraft (EFK)

Zu den Aufgaben einer Elektrofachkraft gehört die Planung, Installation und Prüfung elektrotechnischer Betriebsmittel. Sie kann ebenso potenzielle Gefahren erkennen. Eine EFK kann ihre Qualifikation ausschließlich in spezialisierten Bereichen erwerben – zum Beispiel in der Ferntechnik, Schaltberechtigung oder Motorschaltung. Im Regelfall ist eine Ausbildung im elektrotechnischen Bereich erforderlich.

Elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP)

Eine EuP übernimmt Aufgaben, die ihr die jeweilige Elektrofachkraft überträgt. Unter deren Leitung und Aufsicht darf die EuP verschiedenen Aufgaben ausführen. Zu den Aufgaben zählt beispielsweise das Austauschen von Leuchtmittel sowie Mess- und Prüfarbeiten. Zwar muss die Elektrofachkraft nicht permanent anwesend sein, aber sie muss die Arbeit der EuP in angemessenen Zeitabständen kontrollieren.

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT oder EFT)

Als EFKffT ist eine Person mit zusätzlicher Qualifikation in einem Teilbereich der Elektrotechnik zu verstehen. Dabei handelt es sich um eine theoretische und praktische Ausbildung in einem elektrotechnischen Bereich inklusive erfolgreich bestandener Prüfung. Eine EFKffT übernimmt Aufgaben aus dem festgelegten Tätigkeitsfeld entsprechend ihrer Zusatzqualifikation, auch wenn sie keine vollständig ausgebildete Elektrofachkraft ist. Der richtige Mitarbeiter für die richtigen Aufgaben...so sollte also das Motto gerade im Umgang mit elektrischen Strom lauten! Lassen Sie sich umfassend und kompetent beraten, denn Stromunfälle können schwere Folgen haben, wie das anschließende Beispiel der BG ETEM zeigt:

Stromunfall mit tödlichem Ausgang

Ein defektes Kabel führt zum Tod von zwei Beschäftigten. Über diesen dramatischen Ausgang eines Arbeitsunfalls berichtet die BG ETEM in der neuen "Impulse"..

In der Nachtschicht bedient ein Mitarbeiter eine Spritzgussmaschine. Bei deren Steuerung steht er auf einer höhenverstellbaren Arbeitsbühne. Was er nicht bemerkt: Durch das Absenken der Bühne wurde ein mit der Maschine verbundenes Kabel eingeklemmt und beschädigt. Die Maschine steht unter Spannung. Durch eine nichtsahnende Bewegung kommt der Beschäftigte mit Maschine und Bühne in Kontakt. Der Mann schließt damit den Stromkreis und bricht sofort zusammen. Er verliert sein Leben. Kurze Zeit später findet ein Kollege das Unfallopfer und will helfen. Als dieser den unter Spannung stehenden Körper berührt, stirbt er ebenfalls in Folge einer Körperdurchströmung.

"Die Unfalluntersuchung zeigt eine Verkettung unglücklicher Umstände", sagt Wolfgang Pechoc, Leiter des Fachgebiets Elektrotechnik bei der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM). Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter) mit sensiblen Auslöseschwellenwert hätten den tödlichen Unfall verhindern können. Diese müssen bei Steckdosenstromkreisen, die nach 2007 errichtet wurden, vorgeschaltet sein. FI-Schalter seien allerdings in Anlagen keine Pflicht, so Pechoc. Insbesondere dann, wenn Steckdosen für alle frei zur Verfügung stehen, empfiehlt er den Einbau.

Quelle/Text: BG ETEM